Camping

Auf ganz Rhodos gibt es - wie auf vielen griechischen Inseln - keinen einzigen offiziellen Campingplatz. Seit vielen Jahren wird in Prasonisi "schwarz" gecampt. In den Dünen findet man Zelte und auf der Sandbank Wohnmobile und Wohnwagen. Dies wurde über viele Jahre von den Behörden stillschweigend geduldet. Im Jahr 2012 wurde ein Absperrzaun errichtet, der das Befahren der Sandbank zum größten Teil verhindert und damit auch den möglichen Standbereich für Wohnmobile/Wohnwagen stark einschränkt. Seit 2014 gibt es verstärkte Polizeieinsätze.

Die Lage 2017
Im Sommer 2017 war die Polizei wieder vor Ort und stellte Strafzettel aus. Betroffen waren Fahrzeuge aller Art, u.a. auch normale Kombis, auch ohne davor stehende Campingausrüstung, sowie Zelte in den Dünen.

Die Höhe der Strafe betrug 300,- EUR. Bei Zahlung binnen 10 Tagen (Wochenende zählt mit) ermäßigt sich der Strafbetrag auf die Hälfte, also 150 EUR. Gezahlt werden muss der Betrag in bar bei der Post, z.B. in Gennadi. Das Postbüro dort ist Mo - Fr 9.00 h bis 13.30 h geöffnet. Man muss viel Zeit mitbringen und sollte keinesfalls erst kurz vor der Schließzeit erscheinen - es wird pünktlich geschlossen, auch wenn man bereits im Warteraum sitzt. Bei der Bezahlung werden keine Personalien überprüft und man bekommt eine ausgedruckte Quittung.

Zudem war Prasonisi mehrfach Ziel von Polizeieinsätzen, bei denen es nicht um Camping ging. Dies waren z.B. Einsätze der Hafenpolizei (bei Todesfällen im oder am Wasser) sowie Maßnahmen der Steuerfahndung und Einsätze von speziellen Polizeieinheiten, die Delikte bekämpfen, auf die hohe Strafen stehen. Da das Ziel der Einsätze beim Eintreffen der Polizeifahrzeuge nicht erkennbar ist, flüchteten die Camper auch mehrmals umsonst.

Die Lage 2016
In 2016 trafen zu Hause in Deutschland bei verschiedenen Fahrzeughaltern, die in vergangenen Jahren in Prasonisi von der Polizei registriert wurden, Vorladungen zu gerichtlichen Anhörungen ein. Diese werden von der deutschen Staatsanwaltschaft "im Auftrag" der griechischen Behörden ausgestellt.

Ab Mai 2016 kam es regelmäßig zu Polizeieinsätzen (zunächst etwa im Abstand einer Woche, zeitweise auch häufiger oder seltener). Dabei wurden für ausnahmslos alle am Strand befindlichen Wohnmobile / Kleinbusse / Wohnwagen jeweils Strafzettel über 300 EUR ausgestellt. Dies betraf auch Fahrzeuge, deren Besitzer nicht vor Ort angetroffen wurden. Ebenso abgestraft wurden zumindest einige Fahrzeuge, die nicht direkt am Strand, sondern auf naheliegenden Strassen etc. geparkt waren. Eine Argumentation in der Richtung "wir haben nichts aussen vor dem Fahrzeug und parken hier nur" half nur in Ausnahmefällen. Es waren viele Fahrzeuge auch mehrfach hintereinander betroffen.

Mitte Juli kam es zu einem vor-Ort-Besuch einiger hochrangiger Beamter aus Rhodos-Stadt, bei dem das Problem geklärt werden sollte. In der Folge gab es einige Zeit keine Polizeieinsätze. Anfang und Mitte August wurden wieder Strafzettel ausgestellt. Im September wurden die Camper mehrfach durch Polizeifahrzeuge von Strand "vertrieben".

Ein Grund (wenn auch keinesfalls der Einzige) für die verschärften Maßnahmen ist, dass viele Besitzer von Wohnmobilen die 3 EUR Kosten für die offizielle Entsorgung der Chemietoiletten vermeiden wollen und statt dessen die Entsorgungsstelle heimlich in der Nacht nutzen. Dies lässt sich die Gemeinde, welche letztlich die Entsorgungskosten zu tragen hat, nicht mehr gefallen. Jeder Wohnmobilbesitzer sollte sich dringend überlegen, ob er nicht doch besser die 3 EUR investiert. Dies verhindert zumindest einen Teil der Polizeieinsätze.

Die Lage 2015
In 2015 wurde im Juli ein Camper mit einer Strafe in Höhe von 300,- EUR belegt. Ein weiterer wurde verhaftet, in Handschellen abgeführt und musste die Nacht im Gefängnis von Rhodos-Stadt verbringen. Er hatte sich geweigert, seine Papiere herauszugeben. Im Anschluss kam es zu verbalen und möglicherweise auch körperlichen Auseinandersetzungen mit den Polizisten. Im September 2015 kam es zu einem Polizeieinsatz, bei dem die Besitzer aller auf dem Strandparkplatz befindlichen Wohnmobile/Kleinbusse mit einer Strafe von je 300,- EUR belegt wurden. Zu diesem Zeitpunkt spät in der Saison waren nur noch wenige Wohnmobile vor Ort. Die Besitzer erhielten jeweils einen Strafzettel, der bei der Post beglichen werden kann.

Hier die Polizei im Gespräch mit den Campern:
Polizei in Prasonisi

Die rechtliche Lage

Im Jahr 2016 gab es in Griechenland eine Gesetzesänderung, welche die Lage für Camper etwas verbessert. Vor der Änderung war bereits das Parken von Campingfahrzeugen an Stränden verboten. Strittig war einzig, ob Wohnmobile wirklich in den Anwendungsbereich des Gesetzes fielen, da im Gesetzestext nur WohnWAGEN erwähnt waren. Diese Unterscheidung erübrigt sich aber durch das neue Gesetz. Untersagt ist jetzt: "die stationäre Einrichtung von Zelten, Wohnwagen, Wohn(wagen)aufliegern und Wohnmobilen in archäologischen Stätten, in Küstenzonen, an Stränden, an den Rändern öffentlicher Wälder und allgemein auf gemeinschaftlich genutzten Flächen".

Der entscheidende Punkt dabei ist offensichtlich die "stationäre Einrichtung", was sicher zu Diskussionen führen kann. Als Strafe ist eine Haftstrafe bis zu 3 Monaten oder Geldstrafe bis zu 3000 EUR vorgesehen. Angeblich abgeschafft wurde die unten im Gesetzestext noch erwähnte bisherige Verwaltungsstrafe in Höhe von 300 EUR. Dies wäre nicht unbedingt eine gute Nachricht - die Möglichkeit mit einem wenn auch teuren "Strafzettel" davonzukommen gäbe es dann nicht mehr. Wenn die Behörden ernsthaft einschreiten, müsste die Sache nun eigentlich vor Gericht enden - welches in seiner Strafzumessung recht frei ist.

Innerhalb bewohnter Gebiete ist das (korrekte) Parken von Wohnmobilen übrigens schon immer für einen Zeitraum von maximal 24 zusammenhängenden Stunden erlaubt. Einige zusätzliche Informationen lassen sich hier finden.

Hier der neue Gesetzestext im griechischen Original:

5. Η παρ. 18 του άρθρου 7 του Ν. 4276/2014 αντικα- θίσταται ως εξής:

«18. Απαγορεύεται η εγκατάσταση σκηνών, ρυμουλ- κούμενων, ημιρυμουλκούμενων και αυτοκινούμενων τροχόσπιτων σε αρχαιολογικούς χώρους, αιγιαλούς, παραλίες, παρυφές δημόσιων δασών και εν γένει κοι- νόχρηστους χώρους, καθώς και η φιλοξενία πέραν του ενός τροχόσπιτου από καταστηματάρχες ή ιδιώτες. Οι παραβάτες τιμωρούνται με φυλάκιση μέχρι τρεις (3) μήνες ή με επιβολή προστίμου του κατωτέρω εδαφίου, εφόσον δεν προβλέπεται βαρύτερη ποινή από άλλη διάταξη, διατασσόμενης συγχρόνως υπό του δικαστη- ρίου της βίαιης αποβολής τους. Διαδικασία τηρείται η οριζόμενη από τα άρθρα 417 επ. του Κώδικα Ποινικής Δικονομίας για την ανάκριση και εκδίκαση των επ’ αυτο- φώρω πλημμελημάτων. Οι παραβάτες τιμωρούνται με πρόστιμο ύψους τριακοσίων (300) ευρώ ανά άτομο ή ανά κατασκηνωτικό ή ανά μεταφορικό μέσο, που επιβάλλεται από το βεβαιούν την παράβαση αστυνομικό ή λιμενικό όργανο και εισπράττεται, σύμφωνα με τις διατάξεις του άρθρου 104 του Κώδικα Οδικής Κυκλοφορίας (Κ.Ο.Κ.) του Ν. 2696/1999 (Α’ 57). Σε ελέγχους από μεικτά συνερ- γεία την ποινή του προστίμου επιβάλλει το αστυνομικό όργανο που παρίσταται κατά τον έλεγχο».

Einen bereits etwas älteren Artikel zur Vorgehensweise an anderen Orten Griechenlands findest Du hier unter dem Titel "Jagd auf Wildcamper in Griechenland".

Alle Camper sollten dringend darauf achten, Prasonisi nicht mit Müll und Schlimmerem zu verschmutzen! Dies sollte eigentlich ohnehin selbstverständlich sein. Und schließlich will ja niemand Rhodos durch Gitterstäbe betrachten müssen.

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